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28.08.2011, 20:00 Uhr | Wilfried Gehrke
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Barnim-Blog fragt - Wilfried Gehrke antwortet
Zur Bürgermeisterwahl 2011 in Ahrensfelde hatte der Barnim Blog zwölf Fragen für die Kandidaten entwickelt. Auch Wilfried Gehrke wurden gebeten, diese Fragen zu beantworten. Seine Antworten vom 26. August 2011 finden sie hier...
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| Wilfried Gehrke in Ahrensfelde OT Lindenberg |
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Ahrensfelde - Frage 1: Welche vorrangigen Aufgaben hat eigentlich eine
Bürgermeisterin beziehungsweise ein Bürgermeister? Skizzieren Sie eine kurze
Tätigkeitsbeschreibung aus eigener Sicht.
Wilfried Gehrke: Der Bürgermeister ist
zuständig für alle Geschäfte der „laufenden Verwaltung“. Er ist Ansprechpartner
für die Bürgerinnen und Bürger, die Politik und die Verwaltung. Er informiert
die gewählten Gemeindevertreter und vertritt die Gemeinde nach außen. Er hat
ständig die Entwicklung der Gemeinde im Blick, versucht durch vielfältige
Kontakte zu den Parteien und Organisationen frühzeitig zu steuern und zu
strukturieren sowie Vorschläge zur Umsetzung von Vorhaben zu erarbeiten. Eine größtmögliche Transparenz in allen
Entscheidungen der Verwaltung, Verständnis und Offenheit sind wichtige Prämissen der Arbeit des
Bürgermeisters. Durch die aktive Teilnahme am Gemeindeleben, in den Vereinen,
bei Veranstaltungen, bei Zusammentreffen mit den Bürgerinnen und Bürgern zu den
unterschiedlichsten Themen verschafft er sich einen Überblick, was die Menschen
bewegt. Daran richtet er sein Tun und Handel aus. Allgemein kann man
sagen, der Bürgermeister ist das Bindeglied zwischen den Bürgerinnen und
Bürgern, der Politik und Verwaltung.
Frage 2: Das Wort „Bürgerbeteiligung“ wird, so von Politikern oder Verwaltungschefs
geäußert, in der Bevölkerung oft als „leere Worthülse“ empfunden. Was haben Sie
im „Repertoire“ um diesen Zustand zu ändern?
Wilfried Gehrke: Ich bin seit 18
Jahren Kommunalpolitiker, 10 Jahre ehrenamtlich als Bürgermeister von
Lindenberg, die letzten 8 Jahre als Bürgermeister der Gemeinde Ahrensfelde mit
seinen 5 Ortsteilen Ahrensfelde, Eiche, Blumberg, Lindenberg und Mehrow. Es
vergeht kaum ein Tag, an dem ich mich einerseits sehr freue, dass sich viele
Bürgerinnen und Bürger am vielfältigen Leben in unserer Gemeinde beteiligen, ich mich andererseits auch
darüber ärgere, dass es eine Vielzahl gibt, die sich dafür nicht interessieren,
ja nicht einmal das Amtsblatt lesen, wo über das gesamte Geschehen in den
Ortsteilen ausführlich berichtet wird.
Dabei gibt es eine Menge Beteiligungsmöglichkeiten, in der
Gemeindevertretung, den Ortsbeiräten, Ausschüssen, Vereinen, Bürgerinitiativen.
Die Ortsvorsteher, die Gemeindevertretung, meine Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter und ich stehen für Fragen im Rahmen von regelmäßigen Sprech- und Einwohnerfragestunden
zur Verfügung. Und der E-Mail-Verkehr wird auch von vielen genutzt, um ihre
Fragen und Anregungen los zu werden. Ich finde, so viele Möglichkeiten gab es
noch nie. Eine frühzeitige Bürgerbeteiligung ist unerlässlich, um die Gemeinde im
Sinne der Bürgerinnen und Bürger voranzubringen.
Ich wünsche mir deshalb ein „Mehr“ an Interesse und
Beteiligung schon dann, wenn alle Möglichkeiten einer Gestaltung und
Diskussion angeboten werden.
Mitwirkungsmöglichkeiten bieten zum Beispiel die Sitzungen der Ortsvorstände und die
regelmäßigen Sprechstunden der Ortsbürgermeister. Hier soll ein Meinungsbild im
Ort zu den vielfältigsten Problemen gebildet werden, hier können sich die
Bürgerinnen und Bürger mit Vorschlägen und Diskussionen einbringen und sicher sein,
dass jede Anregung ernsthaft bearbeitet wird. Obwohl die Ortsvorstände nur eine
beratende Funktion haben, sind sie
trotzdem besonders wichtig, auch gerade für den Bürgermeister.
Frage 3: Finden Sie ihr (zukünftiges beziehungsweise derzeitiges) Bürgermeistergehalt angemessen?
Wilfried Gehrke: Wer dieses Amt
vordergründig wegen des Geldes anstrebt, sollte seine Berufung lieber anderswo suchen. Ansonsten, ja, es ist
angemessen.
Frage 4: Vervollständigen Sie folgenden Satz: „Wenn es bei uns
regnet…“
Wilfried Gehrke: ...wird auch bald
wieder die Sonne scheinen.
Frage 5: Wie steht es um den Haushalt ihrer Stadt/Gemeinde? Finden
Sie einen bildhaften Vergleich.
Wilfried Gehrke: Die Gemeinde
Ahrensfelde profitiert neben der unmittelbaren Stadtnähe vor allem von einer hohen
Bevölkerungsanzahl und drei Gewerbegebieten. Trotzdem übersteigen die Wünsche
immer das finanziell Machbare. Hier den Ausgleich zu finden und dabei eine
gleichmäßige Entwicklung aller Ortsteile zu ermöglichen, das ist mein Anspruch
an die Arbeit als Bürgermeister. In den letzten 8 Jahren wurden circa 62 Millionen €
investiert, bildhaft sieht das so aus:, Bau neuer Jugendclubs und Spielplätze, neue Kindergärten, Erweiterung der Grundschule, Ausbau von
Sporteinrichtungen, Unterstützung der Vereine und Ausbau von Vereinsheimen, Bau
eines neuen Rathauses. Ahrensfelde hat nur noch 7 Kilometer unbefestigte Straßen. Das
alles zu bewerkstelligen setzt eine solide Haushaltsführung und viel Weitblick
der Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter voraus. Diese Arbeit soll in
den nächsten Jahren fortgesetzt werden - wir haben noch viel vor.
Frage 6: Energieversorgung/Energiegewinnung gehört zu den dringlichsten
Themen unserer Zeit. Wie bringen Sie ihre Kommune auf den neuesten Stand
und was ist für Sie ein absolutes „No-Go“?
Wilfried Gehrke: Kommunale Neubauten
werden in unserer Gemeinde über Erdwärme energetisch versorgt. Im letzten
Bauausschuss wurde darüber diskutiert, wie
in der Gemeinde mit den
Bürgerinnen und Bürgern ein zukünftiges
Energiekonzept erstellt und umgesetzt werden kann. Meiner Meinung nach gehört
einem dezentralen Energiesystem, v.a. mit erneuerbaren Energien, die Zukunft.
No-Go: Einsatz der CCS-Technologie generell in
Brandenburg.
Frage 7: Wären Sie in ihrer Stadt/Gemeinde gern noch einmal Kind
(bitte begründen!)?
Wilfried Gehrke: Neben den oben schon
erwähnten Investitionen in Schule, Kitas, Spielplätze, Sporteinrichtungen
bietet die heutige Gesellschaft so viel mehr Möglichkeiten für eine optimale
Entwicklung unserer Kinder. Obwohl meiner Generation (ich bin 1961 geboren)
nicht alle diese Bedingungen und Möglichkeiten
offen standen, hatte ich eine tolle Kindheit, war von meinen Eltern
umsorgt und habe viel Liebe und Aufmerksamkeit empfangen. Dafür bin ich sehr
dankbar und wünsche das allen Kindern und Jugendlichen. Die äußeren Bedingungen
kann eine Gemeinde schaffen, zu einem glücklichen Leben gehören aber vor allem
Zuwendung und Liebe.
Frage 8: Welche privaten Gegenstände werden Sie in ihr zukünftiges
Büro mitnehmen beziehungsweise welche (bei Amtsinhabern) befinden sich schon dort?
Wilfried Gehrke: Private
Gegenstände habe ich keine in meinem
Büro, aber meine Familie, meine Frau und meine Tochter sind, bildlich
gesprochen, meine ständigen Begleiter. Sie geben mir Kraft und Zuversicht.
Frage 9: Welche ihrer beruflichen Fähigkeiten, Kenntnisse und
Vorerfahrungen können sie im Amt der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters am
ehesten einbringen?
Wilfried Gehrke: Von Beruf bin ich
Diplom-Landwirt. Meine Bodenständigkeit und Verbundenheit zu meiner Heimat
brachten mich vor 18 Jahren zur Kommunalpolitik. Als Leiter eines kleinen
Unternehmens bis zum Jahr 2003 habe ich
gelernt, betriebswirtschaftlich zu denken. Vor 8 Jahren, nach der
Gemeindegebietsreform, war es eine der größten Herausforderungen, die Bürgerinnen
und Bürger zueinander zu bringen und sie davon zu überzeugen, nun gemeinsam die
Entwicklung der Ortsteile zu gestalten. Integrieren und
Zuhören, Bescheidenheit und die
Fähigkeit, durch Vorbild meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu führen, sind
einige meiner Eigenschaften.
Frage 10: Kunst, Kultur und Vereine sind weit mehr als das „Salz
in der Suppe des öffentlichen Lebens“. Stimmen Sie dieser Aussage grundsätzlich
zu und was haben die Leute mit Ihnen auf dem Chefsessel diesbezüglich zu
erwarten?
Wilfried Gehrke: Ich habe diese Aussage
in den letzten 18 Jahren mit Leben erfüllt, dass werden viele Bürgerinnen und
Bürger bestätigen. Das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger in
Vereinen, Freiwilligen Feuerwehren und auch in der Kirche kann ich nicht hoch
genug schätzen. Durch meine Anwesenheit
bei den Veranstaltungen war es mir immer
ein großes Anliegen, zu zeigen, welche Wertschätzung ich diesen Bürgerinnen und
Bürgern für ihre Arbeit entgegen bringe. Ich werde dies auch weiterhin tun,
wenn ich das Votum der Bürgerinnen und Bürger am 11. September 2011 erhalten sollte. Dass ich mit aller Kraft dieses
Engagement in der Gemeinde fördern werde, ist selbstverständlich.
Frage 11: Sehen sie
sozialverträgliche Lösungsmöglichkeiten bezüglich der vielerorts diskutierten
und gefürchteten „Altanschließerproblematik“ oder sollen das die Gerichte
klären?
Wilfried Gehrke: Die
„Altanschließerproblematik“ spielt beim Abwasserzweckverband
Ahrensfelde/Eiche keine Rolle, da die
Erschließung erst nach 1990 begonnen hat. Der Ortsteil Mehrow, als Mitglied des
WSE ist ebenfalls nicht betroffen, da auch dort die Erschließung erst nach 1990
erfolgte.
Grundsätzlich hätte
der Gesetzgeber hier eine sozial verträglichere Lösung finden müssen, so wird
das jedem Verband selbst überlassen.
Frage 12: Warum sind eigentlich genau Sie die „erste Wahl“ für den
Job und was haben Sie ihren Mitbewerberinnen und Mitbewerbern (nach derzeitigem Kenntnisstand) voraus?
Wilfried Gehrke: Mein Wahlslogan für
die Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 war und ist: „Einer für Alle.“ Ich will
der Bürgermeister für alle Bürgerinnen und Bürger bleiben und weiterhin sein.
aktualisiert von Maik Berendt, 28.08.2011, 22:10 Uhr |
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